I did it!

Der New York City Marathon – einmal hin und zurück

skyline

Ehrlich?

Ich – nein, wir (meine Freundin auch) – wollten eigentlich in Boston laufen.

Wenn Marathon / Athen so etwas wie die Mutter aller Marathonläufe darstellt, dann ist Boston so etwas wie der Vater. Oder zumindest ein Onkel ersten Grades.

Auf jeden Fall reizte es uns, quasi auf den Spuren meiner Romanhelden aus ‚Boston Run‘ die 42, 195 km von Hopkinton nach Boston zu laufen. Und die Einhorn-Finisher-Medaille hatte es uns auch angetan.

Nur waren weder meine Freundin noch meine Wenigkeit schnell genug, um die Qualifikationszeiten zu schaffen. So blieb nur die Touristenklasse, also der Weg über einen der wenigen deutschen Reiseveranstalter, die Boston überhaupt in ihrem Portfolio hatten.

Ziemlich schnell kristallisierte sich dabei heraus, dass die Wartelisten lang sind und unser Platz darauf so weit hinten wäre, dass wir unmöglich bereits in 2018 dabei sein würden.

Es sei denn … wir (meine Freundin und ich) würden je ein Zimmer (ein Läufer und eine Begleitperson) buchen. Also zwei. Die Konstellation 2 Läufer in einem Zimmer passte nicht in das Konzept der Reiseanbieter, um möglichst viel Kohle mit ihrer Monopolstellung zu verdienen.

Dieses großzügige Angebot verweigerten wir allerdings.

Wir waren vielleicht fanatisch, aber bestimmt nicht dämlich.

Die damalige zweite Wahl hieß New York City.

Immerhin hatte ich auch bereits Big Apple in ‚New York Run‘ schriftstellerisch beackert. Warum also nicht dort laufen? Mit dem Ziel im Central Park!

Wie sich zeigen sollte, war es die bessere Wahl. In mancherlei Hinsicht.

Natürlich verfolgte ich, wie der Boston Marathon dieses Jahres (ohne uns) verlief. Wie die meisten sicherlich wissen, ist Boston eine Point-to-point-Strecke, also kein Rundkurs wie zahlreiche andere Laufveranstaltungen. Insofern tat es den Läufern sicherlich besonders weh, als die Wetterbedingungen an jenem dritten Montag im April, wie vorhergesagt, Dauerregen und steten Gegenwind mitbrachten. Da es zudem mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt unverhältnismäßig kalt war, wurde dieser Lauf eher zum Überlebenstraining.

Wenn ich bedenke, was uns der Spaß gekostet hätte, konnten wir uns im Nachgang nur gegenseitig beglückwünschen, dass wir uns für New York City entschieden hatten.

Die Frage, ob wir Startnummern für den größten Marathon auf Erden erhalten würden, stellte sich zum Glück nicht. Anders als für den Bostoner Lauf existieren hier genug Plätze und so fanden wir bei Schultz Sportreisen (die hierfür in Kooperation mit interAir agieren) einen sehr guten, freundlichen und umsichtigen Veranstalter.

Tatsächlich gestaltete sich die Buchung der Reise zum erfreulichen Dialog mit den Kontaktpersonen beim Reiseveranstalter (die wir in NYC auch noch persönlich kennenlernen sollten). Alles, was man wissen muss, findet man schon auf der sehr informativen Website

https://www.schulz-sportreisen.de/USA-New-York-Marathon-2019-in-Kooperation-mit-interAir_1669.html .

Die Flüge haben wir dann doch selber dazu gebucht, was aber auch unkompliziert über die Bühne ging. Die Flugdaten haben wir dem Veranstalter gemeldet, denn im Paket inklusive waren auch die Transfers von und zum Flughafen (egal, wo man in New York landet).

Nicht zu vergessen war noch die Anmeldung bei der ESTA (bitte hier nur über die offizielle Seite gehen: https://esta.cbp.dhs.gov/esta/application.html?execution=e1s1 / es gibt eine ganze Anzahl deutschsprachiger Seiten, die die Anmeldung gegen ‚kleines‘ Geld anbieten, doch letzten Endes muss man dort die gleichen Angaben machen, wie auf dem Originalformular auch). Kleiner Tipp: Sucht schon mal Adresse und Telefonnummer des gewählten Hotels heraus. Diese Kontaktdaten sind zwingend notwendig und wenn man bei dem Ausfüllen des Esta-Formulars nicht zügig voranschreitet, wird man abgemeldet und der Spaß beginnt wieder von vorn.

Tatsächlich muss die Esta-Anmeldung von jemandem (in den Staaten) geprüft und bestätigt werden, da ich das aber sehr spät abends durchgeführt hatte, musste ich auf diese Bestätigung ganze 2 Minuten warten.

Damit war dahingehend alles in trockenen Tüchern und wir konnten uns um die Vorbereitung kümmern: DAS TRAINING.

Vorausschicken muss ich, dass sowohl meine Freundin als auch ich ‚damals‘ auf einem Stand waren, die 10 km in 55 Minuten und den Halbmarathon um die 2 Stunden bis 2:10 zu laufen.

Dementsprechend wählten wir aus den zahlreichen, im Netz kursierenden Trainingsplänen einen uns genehmen aus (z. B. hier ->  https://www.laufcampus.com/trainingsplan/marathon.html )

Dieser Plan umfasste die letzten 6 Wochen vor dem anzustrebenden Event, inklusive einem Halbmarathon nach 3 Wochen (also zur Halbzeit).

Wichtigste Vorgabe des Plans war, dass man zwar lange (also immer länger), aber nicht zwingend schnell laufen sollte. Der Körper sollte sich an die Belastung gewöhnen, länger als 3 Stunden einer Dauerbelastung ausgesetzt zu sein.

Meine Freundin waren uns einig, uns nicht sklavisch an diesen Plan zu halten, sondern die einzelnen Einheiten so gut es eben ging, so oder in leicht veränderter Reihenfolge abzuarbeiten. Anfänglich fühlte es sich tatsächlich wie Arbeit an, doch mit jedem (teilweise sehr, sehr langsamen) Lauf fiel das Training etwas leichter. Die Fortschritte der persönlichen Fitness waren für mich deutlich spürbar. Es war nicht so, dass ich dadurch schneller wurde, aber nach dem Training war ich weniger erschöpft als bei den Einheiten vor dem Trainingsplan. Langsam Laufen bringts!

Mein Halbmarathon (s. oben) wurde dann der Heldenlauf in Hamburg Blankenese. Dort gibt es zwei Kurse zur Auswahl (FAN und FANATIC). Ich entschloss mich für die entspanntere Variante, die immerhin noch 200 Höhenmeter bot. Mit 1:59:39 Std erreichte ich mein Ziel zwar gerade so, aber auch hier merkte ich, dass das Training sich ausgezahlt hatte.

Die letzte große Herausforderung war dann die Bewältigung einer 3,5-Stunden-Trainingseinheit … 2 Wochen später: Es wurden 31,1 km und ein 6er-Schnitt. Dazu gesellte sich die erfreuliche Einsicht, dass ich mir an jenem Tag hätte vorstellen können, noch 11 km dran zu hängen und einen Marathon vor dem Marathon zu finishen.

Ich war bereit.

Meine Freundin war leider nicht ganz so optimistisch.

In den letzten Tagen vor der Reise versuchten wir, unsere Körper zur Ruhe kommen zu lassen und den Ansteckungen mit irgendwelchen Krankheiten zu entgehen.

Es gelang uns und so konnten wir ziemlich optimal das große Abenteuer beginnen.

New York City – wir kommen!

Am 1.November ging es dann los. Von Hamburg via Frankfurt nach Newark.

Acht Stunden allein von Frankfurt hinüber sind allein schon ein tierischer Ritt. Dementsprechend waren wir froh, endlich in der neuen Welt angekommen zu sein. Aber noch waren wir nicht im Hotel. Noch lange nicht!

Zuerst galt es die Einreise unbeschadet zu überstehen. Dazu muss man sich erst einmal anstellen. Das Anstellen haben die Amerikaner offensichtlich zur Kunstform erhoben. Wer jemals den ersten Teil der Shrek-Reihe gesehen hat und sich an Shreks und Esels Einzug in die Burg von Lord Farquaad erinnert, hat auch die Absperrbänder vor Augen, durch die man sich erst einmal hindurch mäandern muss, ehe man – wie in unserem Fall – dann endlich von einem Officer heran gewunken wird. Obacht! Auch hier ist eine gehörige Portion Demut gefordert. Wer unaufgefordert vortritt, muss mit Ärger rechnen.

Übrigens durfte ich sowohl beim Abflug in Frankfurt als auch bei der Ankunft in Newark in den Bereich für eine Stichprobenüberprüfung. War alles ganz harmlos, aber wenn man es nicht kennt, schluckt man erst einmal.

Auf jeden Fall war das überstanden, das Gepäck eingesammelt und wir marschierten frohen Mutes zum Welcome-Center, um dort nach unserem Transfer mit Super-Shuttle zu fragen. Eine Dame im roten Balzer wies uns die richtige Schlange zu, eine zweite telefonierte und erfreute uns mit dem der Nachricht, dass wir nur noch „30 minutes or less“ warten müssten und überreichte uns eine Wartenummer. Dann holte uns der nächste Bedienstete (roter Blazer) ab und brachte uns in den Shuttle-Ankunft-Warte-Bereich, wo eine weitere Dame (roter Blazer) die Wartenummern und die eintreffenden Shuttle-Fahrer matchte. Nach etwas weniger als 30 Minuten saßen wir mit 5 anderen Touristen im Kleinbus auf der Fahrt nach NYC.

Faszinierend war an der Stelle, dass die Straßen so unterirdisch schlecht waren, dass ich mich eher in einem Transporter auf einem Trampelpfad in der Taiga wähnte, als auf einer Straße auf dem Weg in eine der Metropolen einer Weltmacht. Alle 10 Meter gab es einen Schlag, der Beton war offensichtlich nicht in einem Stück auf die Fahrbahn gegossen worden.

Und noch 2 Dinge durfte ich beobachten.

Absperrungen oder Fahrbahneinengungen existieren in den USA scheinbar nur in Form von Pylonen, also den rot weiß gestreiften Verkehrskegeln.

Und auch hier – auf den Interstates – galt vor allen Dingen Geduld zu haben und sich … anzustellen.

Irgendwann kamen wir dann aber doch in der East 44th Street in NYC und standen unvermittelt vor unserem Hotel Millennium Broadway. Noch schnell 5 Dollar Tip (unbedingt vorher kleine Scheine eintauschen!) für den Shuttle-Fahrer und wir konnten endlich einchecken und unser Gepäck aufs Zimmer bringen.

Das Zimmer war dann wirklich okay. Das Bett war klasse, kein weiches durchgelegenes Etwas, sondern eine stramme Matratze.

Einmal kurz frisch gemacht und dann raus auf den Times Square … Moment … vorher noch schnell im Deli (gegenüber vom Hoteleingang) 2 Stück New York Style Cheesecake eingekauft und dann – endlich – waren wir angekommen.

Hello, New York City!

Am nächsten Morgen durfte – wer wollte – früh aufgestanden werden und sich zum Lockerungslauf im Central Park eingefunden werden. Wir hatten bereits am Abend entschieden, uns lieber ein Stündchen mehr im Bett zu gönnen und nach einer Einkehr beim Starbucks unseres Vertrauens das Welcome-Briefing der Reiseleitung mitzunehmen.

Der Tag sollte eh noch lang werden.

Ein Stündchen später stand die Abholung der Startunterlagen in der Marathonmesse auf der Agenda. Manhattan ist nicht breit genug, dass man das nicht zu Fuß erledigen könnte. Also brach unsere Truppe gemeinsam auf und nahm einen tiefen Atemzug der Großstadtluft … ein ekliger Mief, zumindest, wenn es nicht regnet … und bewegte sich über die 44ste gen Westen.

Die Marathonmesse war in einer riesigen Halle aus Glas und Beton untergebracht und empfing uns mit einem überraschend leisem Sprachgewusel. Hier zeigte sich übrigens zum wiederholten Mal, dass die Amerikaner ganz groß im Organisieren sind. Zwar verteilte sich die Startnummernausgabe über drei Tage, aber 55.000 Beinpaare wollen dennoch erst einmal an die einzelnen Stationen verteilt werden. Wir kamen an, hielten unsere Startbestätigung in der Hand, durften uns an der potentiellen Nummer orientieren (die Ausgaben waren in 5-Tausender-Blöcke aufgeteilt) und waren sofort dran. Mit einem „Viel Spaß“ wurden wir zur nächsten Station verabschiedet … die Probe-Shirts anziehen. Erst beim morgendlichen Briefing hatten wir erfahren, dass jeder ein Teilnehmershirt bekommen würde.

Auch hier waren wir Ruck-Zuck dran, die uns beim Anprobieren unterstützenden Damen wünschten uns „Viel Erfolg“ und schon ging’s weiter zur T-Shirt-Abholung. Ankommen, Nummer zeigen, T-Shirt entgegennehmen und ein „Genießt es“ mit auf den Weg bekommen. Die Amerikaner waren unfassbar freundlich und hilfsbereit.

Wir hätten das Marathon-Center nach 10 Minuten wieder verlassen können … wenn da nicht noch der Bereich mit den New Balance-Produkten gewesen wäre, die mit dem Branding des „TCS New York City Marathon 2018“ veredelt waren. Und da man evtl. nur einmal einen Marathon in New York läuft, wanderte das eine oder andere Teil in den Einkaufskorb.

Harte Zeiten für meine Visa-Karte.

Mit vollen Taschen und letztlich auch ein wenig (an den anderen Ständen mit Keksen und Getränken) gestärkt verließen wir die Halle dann doch und machten uns auf zum nächsten Programmpunkt: einer 2-stündigen Bootstour um Süd-Manhattan herum und zurück.

Hierzu firmierten Schultz Sportreisen und interAir und alle Lauftouristen bestiegen das Boot, um auf der Fahrt einiges über die Stadt und ihre Skyline, aber noch viel mehr über den Lauf am Sonntag zu erfahren.

Mit an Bord war auch Herbert Steffny, der selbst einmal Dritter in NYC war. Insofern gab es auch ein paar Insiderkenntnisse und Anekdoten für die geneigte Zuhörerschaft.

Das Wetter hatte 20 Grad, es war wolkig und windig. Nicht unbedingt das Super-Wetter, aber die Skyline und die Geschichten sorgten dafür, dass die Zeit quasi um Fluge verging.

Von der am Abend stattfindenden Eröffnungsparade der Nationen im Central Park rieten die Veranstalter eher ab. Wir folgten dieser Empfehlung und verbrachten den Abend in Times Square-Nähe. Cheesecake!

Der Samstagmorgen stand ganz im Zeichen des „Dash tot he finish“-Laufes. Diese 5 km durch die 42ste Straße und die 1st Avenue bis zum Central Park (inklusive Marathon-Zieleinlauf) lohnten sich allein deshalb, weil bereits viele New Yorker die Strecke säumten und uns lautstark anfeuerten. Dass der Start erst nach einer gefühlten halben Stunde voller Selbstbeweihräucherungen der New Yorker Road Runners (Ausrichter) inklusive der live vorgetragenen amerikanischen Nationalhymne stattfand, trübte den Gesamteindruck nur wenig.

Die Amis haben es einfach drauf.

Und die Ziellinie im Central Park erstmals zu überqueren, gab uns ein Gefühl von ‚Morgen rocken wir die Stadt‘.

Zuvor aber – nämlich am Nachmittag – stand noch die Pasta-Party an, die hier auch eine lange Tradition genießt und die wirklich klasse ist. Natürlich erstklassig organisiert (wenn man ein wenig anstehen mag) und mit freundlichen Gesichtern, wohin man sah. Beim Empfang, bei der Essenausgabe, auch die Sicherheitskräfte mussten nicht von Berufs wegen böse schauen, alle lächelten, lachten und wünschten uns „Alles Gute für den Lauf“.

The Race is on!

Am Morgen des Marathons erwachten wir um 4:30 Uhr. Den Wecker hatten wir uns auf 5 Uhr gestellt, denn bereits um 5:45 Uhr sollten wir uns in der Lobby des Hotels treffen.

Um 6 Uhr sollte der Bus losfahren und uns hinüber nach Staten Island bringen, dem ersten der 5 Stadtbezirke, die wir heute noch betreten sollten.

Allerdings stand just vom Sams- auf den Sonntag die Zeitumstellung in Amerika an und obwohl wir uns mehrfach gesagt hatten, dass wir durch das Zurückdrehen eher zu früh als zu spät dran sein würden, meinte die innere Uhr, dass wir zur Sicherheit mal schon halb Fünf erwachen müssten.

Da wir aber noch die Laufsachen wählen mussten (bis zuletzt war uns nicht so recht klar, mit wie vielen Schichten wir laufen sollten), war die extra halbe Stunde gut investierte Zeit.

Ich entschied mich für 4 Schichten. Klingt viel, aber der Lauf sollte bei lauschigen 5 Grad Celsius starten und sich dann auf maximal 7 Grad hocharbeiten. Immerhin sollte die Sonne scheinen.

Ich kann schon jetzt sagen: Alles richtig gemacht.

Meine Freundin lief in kurzen Hosen, aber mit drei Schichten oben rum. Das wurde später ausgedünnt.

Bevor es aber soweit war, mussten wir warten. Zwar waren wir kurz nach 7 in unserem Aufenthaltsareal (wir hatten Orange, genau wie meine Helden im Buch!), unser Start war aber der der vierten und somit letzten Wave … um 11 Uhr.

Wir hatten uns auf Empfehlung der Reiseleiter mit den üblichen Schichten Altklamotten ausgestattet, um dort während der Zeit des Wartens nicht auszukühlen. Diese Wegwerfsachen werden (ebenfalls in langjähriger Tradition) gesammelt und später Obdachlosen und anderen Bedürftigen in New York gespendet. Eine gute Idee, wie ich finde.

Der Aufenthalt wurde uns im wahrsten Sinne versüßt. Kostenlose Bagels, Kaffee, Gatorade und Powerbars sorgten für Kräftigung und Ablenkung zugleich. Toiletten waren mehr als reichlich vorhanden und auch die Klopapierfrage stellte sich nicht.

Wieder einmal war alles top organisiert.

Dann endlich folgte der Aufruf für unseren Wave, sich in die entsprechenden Corrals zu begeben, was wir voller Vorfreude taten. Der orangene Corral würde seinen Weg über die obere Etage der Verrazano-Narrows-Bridge, auf der linken Seite finden, ergo mit freiem Blick auf die Südspitze von Manhattan. Eine Stadtführung hätte nicht besser beginnen können.

Nach den üblichen Ansprachen, der Vorstellung altgedienter Laufveteranen, einem Grußwort der Veranstalter und der wieder live intonierten Nationalhymne ging es unter den Klängen von Frank Sinatras ‚New York, New York‘ endlich los.

New York City Marathon 2018 – the race is on!

Staten Island war damit bereits Geschichte. Nach 3 km gelangten wir wieder von der Brücke und über verschlungene Pfade (der grüne und der blaue Corral nahm andere Wege und erst auf der Fourth Avenue führten alle 3 zusammen) nach Brooklyn.

Kannten wir bislang nur Manhattan mit seiner eher vertikalen Bauweise, so war dieser Stadtteil erfrischend flach. Noch viel besser als die Architektur gefiel uns aber (wieder einmal) die Begeisterungsfähigkeit der Anwohner/Zuschauer.

Wir hatten uns unter unsere Startnummern in großen Lettern unsere Vornamen angeheftet und so hörten wir (zumindest wenn wir am Rand der Menge liefen) alle zwanzig Meter ‚go Frank, go Siggi (meine Freundin)‘ und dann wieder ‚you’re awesome‘ und so weiter und so fort.

Die Welle der Anfeuerungen sollte uns eine ganze Weile tragen und uns natürlich trotz aller Warnungen im Vorfeld das Rennen zu schnell angehen lassen.

Bereits jetzt – da noch nicht einmal Kilometer 5 erreicht war – spürte ich einen deutlichen Unterschied zu all meinen Trainingsläufen auf Asphalt und Waldboden … hier gab es nur Beton. Wer einmal auf Beton gelaufen ist, merkt erst, wieviel Asphalt dagegen zurückgibt.

Der Beton jedoch schluckte jegliche Energie wie ein schwarzes Loch.

Schon jetzt musste ich um meine Knie fürchten – die sozusagen meine Sollbruchstelle darstellen.

Aber noch waren die Kräfte frisch und das Adrenalin auf Maximum. Also nicht murren und frisch voran gestürmt. Alle vier Blocks gab es eine Live-Band und allein für dieses Feeling hatte sich der ganze Reisestress und Trainingsaufwand gelohnt.

Ja – so hatte ich mir den New York City Marathon vorgestellt!

Natürlich verflog die anfängliche Euphorie mit den zurückgelegten Kilometern etwas und es stellte sich die Routine des langen Laufens ein. Abgesehen davon mussten wir immer wieder auf den Untergrund aufpassen. Das eine oder andere Schlagloch musste ebenso wie immer noch fortgeworfene Handschuhe, Mützen und Schals umkurvt werden.

Seit Meilenstein Drei gab es an jeder Meile Wasser (Poland Spring, welches sehr lecker, aber leider aufgrund der Fördermethoden Nestlés eher fragwürdig war), Gatorade (Frost – ein super leckeres Zeug!), sowie 5 bis 8 Toiletten. Anfänglich bildeten sich dort längere Schlangen. Wer weiter lief, wurde mit kürzeren Anstehzeiten belohnt.

Wir nahmen jede zweite Wasserstelle mit, gingen auch ein paar Meter, aber reihten uns rasch wieder ein. Wir waren immer noch im Flow.

Brooklyn zog sich ein ganzes Stück. Das wussten wir vorher. Aber es ist eines, das zu wissen und etwas anderes, das zu erleben.

Immerhin konnten wir uns damit trösten, dass, wenn wir Queens (als dritten Stadtteil) erreichen würden, wir auch schon an der HM-Marke sein würden.

Es gab in Brooklyn noch ein paar enge Passagen. Da mussten wir höllisch aufpassen. Die Zuschauer standen teilweise so eng, dass ich mir wie bei der Ankunft auf einer Bergetappe der Tour de France vorkam.

Es wurde gerufen und angefeuert, gesungen und gejubelt.

Die Amis gaben uns das Gefühl, etwas Besonderes zu vollbringen.

Es gibt wenig Worte, die das Gefühl angemessen transportieren können. Ich fand es einfach ‚geil‘!

Bei KM 20 meldeten sich dann zum ersten Mal meine Knie.

So recht wollte ich es nicht wahrhaben, dass mir die Gelenke den Spaß verderben sollten, aber nach ein paar Streckungen und Dehnungen ging es erst einmal weiter.

Die Pulaski-Bridge nach Queens hinein war steil, aber noch machbar.

Die Queensboro-Bridge ein paar Kilometer weiter (die den Kurs zum ersten Mal nach Manhattan hinüberführte) war dann aber ein anderes Kaliber. Hier sah man deutlich, wer noch Körner hatte. Die Auffahrt (für uns der Aufstieg) war eine extrem langgezogene Steigung.

Ich nutzte die Chance und marschierte hinter meiner Freundin her. Bereits hier zeigte sich, dass sie die deutlich bessere Tagesform abbekommen hatte.

So langsam half alles Dehnen und Strecken nicht mehr und in Manhattan angekommen, auf der First Avenue, forderte ich meine Freundin auf, schnellstens davon zu laufen. Es machte keinen Sinn, dass sie auf mich wartete.

Mit der Erkenntnis, dass ich das Ganze nun allein wuppen musste und es nun noch ein ziemlich langer Weg ins Ziel werden würde, verflog auch der letzte Rest Adrenalin und die erste Erschöpfung wurde für mich deutlich spürbar.

Ich beschloss, erst einmal zu gehen und mich zu erholen. Von nun war ich auch an jedem Gatorade- und Wasser-Stand zu Gast und trank die Mischung gierig aus.

Die ‚Go Frank‘ ließen nicht nach und irgendwann kurz vor der Bronx kam ich auch wieder ins Laufen. Zwar hatte ich mich einigermaßen erholt, aber die Knie wollten immer noch nicht mitspielen. Da ich unbedingt ins Ziel wollte, haushaltete ich mit der Belastung und versuchte so knieschonend wie möglich voran zu kommen.

Meilenstein, trinken, gehen, wieder antraben, schauen was geht, vorsichtig weiter.

Meilenstein …

So ging es dann auch so langsam wieder.

Die Bronx wird leider als trauriger Tiefpunkt dieses Events mir in der Erinnerung bleiben. Zum einen, weil dieser Stadtteil architektonisch grau und traurig wirkte, aber auch weil hier wenig Zuschauer am Rande der Strecke standen. Die Straßen wirkten leer und düster, trotz des immer noch strahlenden Sonnenscheins.

Das Wetter war wirklich der Verbündete aller Marathonläufer an diesem Tag.

Zurück in Manhattan und somit auf dem verlängerten Zielschuss der Fifth Avenue angekommen, kehrte auch langsam die Euphorie zurück, dass ich es trotz meiner persönlichen Widrigkeiten in den Central Park schaffen würde.

So konnte ich es dann tatsächlich genießen, als ich in Harlem am Meilenstein 22 wirklich die Toiletten vorfand, die ich in meinem Buch ‚New York Run‘ 6 Jahre zuvor recherchiert und als wichtigen Handlungspunkt etabliert hatte.

Von nun an ging es wieder besser voran. Zwar stieg die Fifth Avenue ab Meile 23 stetig an, der Beton fühlte sich immer noch mörderhart an, aber ich wollte nun natürlich nicht mehr aufgeben und kämpfte mich von Meilenstein zu Meilenstein.

Als der Kurs dann in den Central Park abbog, hatte ich eine erste Träne im Auge.

Ich wusste, dass ich es schaffen würde … und dass die Erlösung für meine geschundenen Knie nicht mehr fern wäre.

Die letzten Kilometer zogen sich dann allerdings und ich musste mit dieser neuen Energie immer häufiger anderen Fußgängern ausweichen (laufen konnte jetzt nur noch die Minderheit).

So langsam erreichte ich den Bereich des Central Parks, den ich vom vortäglichen ‚Dash tot he finish‘ kannte und so konnte ich die letzten Kräfte mobilisieren und zumindest ohne weitere Pause bis zur Ziellinie (nach einer letzten Steigung!) durchlaufen.

Ja, und dann war es tatsächlich vollbracht.

Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer im zielnahen Bereich und den euphorischen Beschwörungen der Lady am Mikrofon „Yes, you did it!“ erreichte ich das Ziel des New York City Marathons 2018.

Ich weiß, ich neige zu Wiederholungen, aber es war … GEIL!

Okay, ich hatte es also geschafft.

Noch schnell ein Selfie mit dem Handy und kann mir jetzt mal jemand die erhoffte Medaille reichen?

In der Tat standen rechts und links und auch in der Mitte des Post-Race-Schlauches, durch den alle Finisher mussten, zahlreiche Helfer und Helferinnen mit Medaillen. Die meisten drückten den erschöpften Läufern ihre Medaille in die Hand. Ich steuerte auf eine ältere Dame mit Brille zu und beugte mich leicht nach vorn und die Frau hängte mir die Belohnung um den Hals. Ich bedankte mich artig und strebte als nächstes den Silberfolien zu, die sich alle gegen die drohende Auskühlung umhängen durften. Tatsächlich dämmerte es nun schon wieder und damit wurde es auch rasch kühler.

Abgefangen wurde ich von einer Fotografin, die mir mit ihrer Art noch einmal ein Lächeln aufs Gesicht zauberte und das so zum besten der später online auswählbaren Bilder führte.

Finish_Medal_Medium

Dann gab es auch noch einen Finisher-Beutel mit Wasser und Gatorate und einem Protein-Drink, einem Apfel und und und. Sehr schön.

Das Wasser aus der Flasche verdampfte auf dem Weg in meinen Magen. Zumindest war mein Durst noch nicht gestillt. Und eine alte Regel besagt, wenn man Durst spürt, ist es eigentlich schon zu spät.

Zu gerne hätte ich jetzt den eingezäunten Wanderpfad nun verlassen, aber die Post-Race-Poncho-Ausgabe war noch ein Stück entfernt.

Mittlerweile holte mich die körperliche Erschöpfung ein. Die Glücksmomente wichen so langsam der Erkenntnis, dass ich nur noch schnell unter eine heiße Dusche wollte.

Glück ist eben relativ.

Endlich – der Schlauch hatte über einen weiten Bogen aus dem Central Park auf die Central Park West betitelte Straße geführt – konnte ich den Poncho in Empfang nehmen. Da hier auch das Einscannen der Bib-Nummern (Startnummer) erfolgte (man wollte wohl sicherstellen, ob jemand unterwegs verloren gegangen war), zog sich auch das noch einmal. Aber an das amerikanische Anstellen hatte ich mich schon fast gewöhnt.

Geschafft. Draußen. Heimweg.

Der New York City Marathon war ab diesem Moment tatsächlich vorbei.

Da die Metro-Station an der 72sten nur noch ein paar Schritte entfernt war, keimte in mir die Hoffnung auf einen raschen Rückweg und eine baldige heiße Dusche neu auf.

Ich hatte mir extra ein paar Dollar eingesteckt, löste nun damit die Karte für die Metro (nicht verschweigen möchte ich das allgemeine Gelächter all der Läufer, die die Treppen zur Metro-Station mehr schlecht als recht bewältigten) und gesellte mich in die Schar der Wartenden.

Die nächste Bahn war für 13 Minuten angekündigt.

So kam ich noch mit einem jungen Londoner ins Gespräch, der eine dicke Eispackung auf seinem rechten Knie aufgebunden hatte. Offensichtlich hatte er einen Besuch im Medi-Zelt hinter sich.

Er gab zu, dass auch ihn der Beton überrascht hätte. Wir gratulierten uns gegenseitig, dass wir es dennoch überstanden hatten, da fuhr die Bahn ein.

Problem: sie war rappeldicke voll und niemand stieg aus.

Mein Londoner Laufkumpan schaffte er irgendwie hinein. Mir blieb der Erfolg versagt.

Okay … dann eben die nächste.

13 Minuten.

Hier hätte ich, ehrlich gesagt, erwartet, dass die Taktung an einem Tag wie diesem etwas rascher hätte ausfallen können.

Ich kann es vorwegnehmen. Auch in die nächsten 2 Bahnen schaffte ich es nicht hinein und mittlerweile ging es mir gar nicht mehr gut. Ich fühlte mich schwach, wahrscheinlich dehydriert und meine Finger fingen an zu kribbeln.

Allerdings erinnerte ich mich, oben auf der 72sten ein Medi-Zelt gesehen zu haben. Also machte ich mich wieder an den Aufstieg, ließ mein Metro-Ticket verfallen und hoffte auf irgendeine Form von Linderung.

In dem Zelt war reichlich Bewegung. Auffällig war an dieser Stelle, dass viele Knie mit Eispaketen bandagiert wurden. Ich war wohl nicht der einzige, dem der Betonboden zugesetzt hatte. Aber das war im Moment nicht mein Hauptproblem. Das Kribbeln hatte sich mittlerweile auf die gesamte Hand ausgeweitet und die beiden jungen Damen, die sich um mich kümmerten, beorderten mich zuerst einmal in die Waagerechte. Nach den Überprüfungen von Blutdruck und Puls bekam ich einen großen Becher Gatorade Frost … und noch einen und Salzbrezeln und noch einen Becher Gatorade. Nach 15 Minuten konnte ich mich wieder auf einen Stuhl setzen und auch meine Hände kehrten in den Normalmodus zurück.

Noch schnell ein Selfie mit meinen Retterinnen und dann stand ich draußen, vor dem Zelt und vor der Frage: Wie zurück ins Hotel?

Ich entschied mich für den Fußweg. Der Times Square war nicht so weit entfernt und mittlerweile ging es mir wieder gut. Der Post-Race-Poncho war schön warm und kuschelig und so ging ich zurück.

Mittlerweile war es dunkel. Und windig.

Ich wollte immer noch nur schnell unter eine Dusche und ging rasch (so rasch, wie es die Ampeln zuließen) Richtung Times Square.

Kurz vor dem Hotel klopfte mir ein wildfremder Mann auf die Schulter und sagte ‚Well done!‘.

Ja, so sind sie, die Amerikaner.

Meine Freundin war, als ich endlich auf dem Hotelzimmer ankam, schon sehr relaxed und schaute auf dem lokalen TV-Sender die Berichterstattung zum Marathon.

Ich verabschiedete mich unter die heiße Dusche.

Für 20 Minuten.

Danach stellte sich uns die Frage, ob wir mit der Reisegruppe noch in ein Restaurant gehen wollten oder den Abend lieber auf dem Bett verbringen wollten.

Die Tendenz ging klar Richtung Bett.

Wir gingen trotzdem zum Treffpunkt in die Lobby und entschuldigten uns. Meine Freundin hatte an Flyer für meine Marathon-Thriller gedacht und so konnten wir die ganze Truppe damit ausstatten.

Das gab natürlich ein „Ah“ und „Oh“, denn damit hatte niemand gerechnet.

Die Truppe zog ab und wir kauften uns im Deli gegenüber 2 große Becher Nudelsuppe und den unverzichtbaren New York Cheesecake.

Der Abend durfte kommen.

Die Nudelsuppe war die beste, die ich je gegessen habe. Was bestimmt nur daran lag, dass mein Körper dringend Salz verlangte. Der Kuchen stopfte den Magen schön und mit einem wohligen Gefühl ging es in die letzte Nacht in New York City.

Am Morgen der Abreise regnete es. Nicht dramatisch, aber doch genug, dass der Mief, der die Stadt einigermaßen unattraktiv gemacht hatte, endlich verschwand.

Es gab noch ein letztes Mal eine Caramel Macchiato und dann ging es schon ans Auschecken. Wir durften nach und nach die anderen verabschieden, deren Flieger vor unserem gingen, doch die Reiseleitung organisierte auch für uns das letzte Shuttle und so ging es pünktlich zurück nach Newark.

Der Rest ist schnell erzählt.

Newark – Düsseldorf – Hamburg.

Alles hat gut und in der erwarteten Zeit geklappt und wir kamen natürlich hundemüde zuhause an. Ich fiel erst einmal für 3 Stunden ins Bett, um zumindest halbwegs wieder brauchbar zu werden. Danach eine heiße Dusche und 2 Kaffee und ich war zumindest wieder ‚verwendbar‘. Am Jetlag hatte ich aber noch 5 Tage zu knabbern.

Das Abenteuer NYC Marathon war vorbei. Doch wir haben viele tolle Eindrücke mitgenommen, zahlreiche Bilder und … eine Medaille. Geschafft!

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‚Tubes Inc.‘ gibt’s nun auch auf Italienisch

Es ist eine Ehre, wenn eine Geschichte aus dem eigenen Portfolio für gut genug befunden wird, die Genre-Veröffentlichungen des eigenen Landes bzw. der eigenen Sprache in einer anderen Sprache zu repräsentieren.

Ich freue mich, Euch/Ihnen berichten zu dürfen, dass ‚Tubes Inc.‘ (erstveröffentlicht in ‚Hauptsache gesund‘ 2016 und nominiert für den Deutschen Science Fiction-Preis 2017) in der von Francesco Verso herausgegebenen Anthologie ‚Obsolescenza programmata‘ erschienen ist. Ebenfalls im Buch vertreten sind Nina Horvath, Karsten Kruschel, Uwe Post, Frederic Brake und Uwe Hermann.

Obsoeszenza programmata

Der Verlag heißt ‚Future Fiction‘, welcher aber eher ein bereits langjähriges Projekt ist, anderssprachige SF dem italienischen Sprachraum nahe zu bringen.

Insofern darf ich dem Herausgeber Francesco Verso ebenso danken wie Ellen Driscoll aka Elena Sanna, die für die Übersetzung zuständig war, Allessandro Fambrini, der mit inhaltlicher Tiefe für das Vorwort und die Einführung in die SF-Tradition des deutschsprachigen Raumes verantwortlich zeichnet und natürlich Guido Salto, der sich für das Coverbild wohl vornehmlich von Karsten Kruschels Geschichte inspirieren ließ.

Wer mehr über Future Fiction erfahren möchte, kann dies unter dem folgenden Link erfahren.

Das Paperback gibt es natürlich auch bei amazon .

 

 

 

 

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neuer Gravatar

Nun, jeder, der auf WordPress unterwegs ist, hat schon einmal etwas vom Gravatar gehört. Wobei dieses ‚Bild‘ nicht an WordPress alleine gebunden ist. Viele Blog-Systeme und Foren bieten die Einbindung des eigenen Gravatars an und damit eine durchgängige  Wiedererkennbarkeit des Nutzers.

Von Zeit zu Zeit kann man dieses Bild natürlich mal verändern. Ich habe es getan und das aus gutem Grund. Mein Bild spiegelt meine Schreibleidenschaft wieder, die sich eben nicht nur in Romanen misst, sondern auch in der Königsdisziplin: Der Science Fiction-Kurzgeschichte.

Über die letzten Jahre sind da ein paar nette Stories zusammengekommen und diese (andere) Seite spiegelt eben mein neuer Gravatar wieder.

gravatar_big

Vielleicht habt ihr die eine oder andere Story, deren Titel ihr erkennen könnt, sogar schon mal gelesen. Ein paar neue sind noch unveröffentlicht (aber bereits ‚verkauft‘) und allen gemeinsam ist, dass ich eben diese Auswahl im nächsten Jahr als ‚Best-of‘ herauszubringen gedenke.

Das Cover-Bild für diese Sammlung liefert Lothar Bauer (wie gewohnt ein Hammerteil – doch dazu später mehr), das Cover als solches steht, der Cover-Text ebenso.

Nun muss – neben meiner Arbeit an CHICAGO RUN – noch der Innenteil auf Spur gebracht werden, nochmals korrigiert, lektoriert und formatiert werden. Schön soll es werden und sich für meine Leser lohnen.

Irgendwann dann in 2019.

 

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Holzmedaille – die zweite

Mit Freude darf ich verkünden, dass ich beim Deutschen Science-Fiction-Preis erneut den vierten Platz belegt habe.

Wie schon mit ‚Tubes Inc.‘ im Vorjahr gelang es auch ‚Omega 4‘ in diesem Jahr, das Komitee zu überzeugen, zu den vier besten Kurzgeschichten des Genres im letzen Jahr im deutschsprachigen Raum zu zählen. Das ist doch schon mal was. 🙂

Leider lässt es mein Kalender nicht zu, zur Verleihung im September nach Leipzig zu fahren. Da ich dennoch auf eine Urkunde hoffen darf, setze ich einfach mal auf die Post.

Nach zwei siebenten Plätzen jetzt also zwei vierte Plätze. Ich extrapoliere mal …

 

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Nominiert!

Erstmalig wurde eine meiner Geschichten sowohl für den Kurd-Laßwitz-Preis als auch für den Deutschen Science-Fiction-Preis nominiert.

Es handelt sich um ‚OMEGA 4‘, die seinerzeit in der Anthologie Meuterei auf Titan des Verlages ModernPhantastik erschien und dankenswerterweise sogar auf dem Internet-Portal TOR Online vollständig veröffentlicht wurde.

Der Kurd-Laßwitz-Preis ist ein Award, der von den SF-Schaffenden selbst nominiert und gewählt wird. Insofern ist es ein gutes Gefühl für mich, auf dem Radar einiger Nominierender aufgetaucht zu sein.

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Der Deutsche Science-Fiction-Preis wird alljährlich von einem Komitee (Jury) nominiert und vergeben. Nun, 2018,  ist es bereits meine vierte Nominierung für diesen Preis in der Kategorie Kurzgeschichte.

sfcd_150Nach ‚K’tarr!‘ im Jahr 2013, ‚Diese verdammten Alienzombieroboterviecher‘ 2016 und ‚Tubes Inc.‘ 2017 darf ich mich also über einen lupenreinen Nominierungshattrick freuen.

 

Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Jahr namhaft und qualitativ hochwertig und meine Hoffnungen, einen dieser Preise auch tatsächlich in Empfang nehmen zu können (Verleihung beider Preise auf dem Elstercon in Leipzig), sind eher gering.

Dennoch ist es eine Ehre, überhaupt nominiert worden zu sein und somit sowohl bei den SF-Kollegen/innen als auch von der Jury für preiswürdig befunden worden zu sein.

Danke!

 

 

 

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Second Life – second time

Am 20.05.2018 (das ist der kommende Sonntag) werde ich gegen 21 Uhr wieder im Second Life vorlesen.

Unter der Schirmherrschaft von Thorsten Küper darf ich (wie schon beim ersten virtuellen Literaturcon) den Abschluss des „Brennende Buchstaben E-Book Events 2018“ bilden und zwei Kurzgeschichten zum Besten geben.

Das aktuelle Programm seht ihr hier (Uwe Hermann liest davor ab 20 Uhr – nicht verpassen!) : https://kueperpunk2012.blogspot.de/2018/05/bb-e-book-event-2018-am-donnerstag.html

Hier noch die Sprungadresse 🙂

SLURL: https://maps.secondlife.com/secondlife/Port%20Genieva/56/116/25 

Aber – Obacht! – diesmal gibt es eine zusätzliche Herausforderung: Wer von euch dabei sein möchte, müsste (aufgrund von derzeitigen Voice-Problemen im Seconde Life) ein zusätzliches Tool installieren, über das dann gehört und gesprochen werden kann. Wie das geht, steht hier: https://kueperpunk2012.blogspot.de/2018/04/bb-e-book-event-2018-wie-installiert.html

Wenn euch das alles nicht abschreckt, würde ich mich sehr über jedes weitere Paar Ohren freuen.

Ich lese TROIDS (eine Robotergeschichte auf Ceres) und NUR DER TOD IST SICHER (über die Segnungen neuzeitlicher Technologien).

Kommet, lauschet und habet Spaß!

 

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Die Jagd wird eröffnet …

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Patriots day!

Der dritte Montag im April ist in den USA ein Feiertag. Ursprünglich zurückgehend auf den 19.04.1775, den Beginn des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, ist er für die Läufer und Laufinteressierten dieser Welt vor allen Dingen als der Tag des Boston Marathon bekannt.

Der älteste der amerikanischen 26-Meilen-Läufe hat schon viele spannende Rennen gesehen, doch bislang waren nur die Athleten dafür verantwortlich.

Dann kam ‚Boston Run‘ und damit der erste echte Marathon-Thriller.

Allerdings kommt der Thriller ohne blutige Details aus. Niemand konnte ahnen, dass die Wirklichkeit die Kopfgeburten eines Autors mit den  Ereignissen des Anschlages 2013 brutal überholen würde.

Ein besonderer Hinweis sei mir noch auf das Hörbuch gestattet. Johannes Steck, einer der anerkannt besten deutschen Hörbuch-Sprecher, verleiht meinen Charakteren eine Intensität, wie sie sich ein Autor nur wünschen kann.

Johannes Steck spricht BOSTON RUN

Am Rande: Ursprünglich hatte ich den Roman bei BoD veröffentlicht, wo er 14 Wochen in den Top-20 stand, ehe er beim Sportwelt-Verlag ein neues Zuhause fand. Aus dieser ersten Zeit stammen noch Flyer-Entwürfe mit dem damaligen Cover-Layout.

Zum damaligen Zeitpunkt habe ich nicht ahnen können, dass ich einmal eine Fortsetzung (NEW YORK RUN) schreiben würde. Nun – in diesem Jahr – wird die Marathon-Trilogie komplettiert. Mit dem CHICAGO RUN.

Ein paar Tage sind es noch bis dahin. Aber vielleicht ist jetzt der richtige Moment, um schon mal mit dem ersten Marathon-Thriller zu beginnen.  😉

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30 Prozent auf alles … außer Band 3!

Zugegeben, genau 30 Prozent wären es gewesen, wenn BoD einen Preis von 4,89 EUR zugelassen hätte. Hamse aber nich!

Immerhin für 4,99 EUR gibt es nun aber die ebook-Variante der Bände 1 und 2 unserer BIOM ALPHA-Reihe.

Allerdings nur für zwei Wochen. Also kommet, kaufet, leset!

Gute Nachrichten, so habe ich einmal gelernt, darf und soll man gerne weiter verbreiten.

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Biom Alpha – Der Krieg

Mit etwas Verspätung haben es meine BIOM-Kollegen Uwe Post, Uwe Hermann und Frederic Brake hinbekommen, einen neuen (immerhin schon dritten) Band der Serie fertigzustellen.

Tatsächlich hatten wir – das Autorenteam – den Verlust unseres Freundes und Kollegen Christian Weis zu verkraften.
Er war uns nicht nur eine wichtige Stütze beim Konzipieren neuer Plots, sondern auch ein fleißiger Teamplayer, der auch nahezu unersetzlich beim Korrektorat und Lektorat war.
Band 3 ist also Fortführung und Neubeginn zugleich … und hoffentlich auch für unsere Leser weiterhin inhaltlich interessant und spannend.

Mein Anteil ist diesmal eher gering und kaum erwähnenswert: Basierend auf einer weiteren tollen Illustration unserer Haus- und Hof-Cover-Vorlagen-Lieferantin Susan Gerardi habe ich wieder das Cover erstellt.

Also drücke ich meinen Autoren-Kollegen natürlich die Daumen, dass auch der dritte Teil bei euch, den Lesern, gut ankommt und das hoffentlich positive Feedback uns Schwung gibt für Band 4.

Ups – fast vergessen … hier geht es zur direkten Bestellung auf amazon !

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Zauberhafte Weihnachtswunder

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Das ist doch mal was anderes. Kein Thriller, kein Science Fiction, einfach mal etwas magisches, besinnliches. Und natürlich rechtzeitig zu den Festtagen.

Wer also etwas kleines, feines zum Mitbringen sucht (und gar zu faul zum einpacken ist), wird hier fündig. Die ersten Rezensionen sind durchweg positiv und so kann ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen 😉

Rezensentin Dr. Maike Pfalz fand dazu das Fazit: Entzückend, festlich, stimmungsvoll . Wer bin ich, ihr zu widersprechen.

Hab ich Sie überzeugt? Hier geht es zur direkten Bestellung auf amazon .

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