DELTER

„Delter“ ist eine SF-Kurzgeschichte, die in „Unsere Freunde von Epsilon Eridani‘ veröffentlicht wurde [https://www.amazon.de/Unsere-Freunde-von-Eridani-Erstkontakt-Storys/dp/3957771374/ ]. Die Storysammlung über Erstkontakte ist meiner Meinung ein absolutes Must-have für jeden SF-Leser.

Meine Geschichte handelt von einer streng hierarchischen Gesellschaft einer insektoiden Spezies. Die Delter sind beinahe die niedersten, nur geboren, um zu arbeiten und zu beschützen. Tumbe, vor Kraft strotzende Männchen. Nicht mehr. Oder doch?

———

Frank Lauenroth – DELTER

Delter muss schlauer werden, dachte Delter.

Diese Feststellung allein schluckte einen Teil seines stetig schrumpfenden Verstands.  Nichts war so flüchtig wie der Wissensschatz eines Delters.

Eigentlich lautete seine komplette Bezeichnung D3017.  Doch da die anderen ihn meistens  Delter riefen, dachte auch D3017 von sich nur als Delter.

So war es auch einfacher. So viele Namen und Bezeichnungen. Es kam ihm wie ein Wunder vor, dass er sich die Hierarchie der Kreolyten einprägen konnte. Er war einer neuen Wabe zugeteilt worden. Eine Beter, zwei Gammer, drei Delter. Wie immer. Die Waben der Kreolyten waren heilig, bestimmt von der Alpher, jeweils angeführt von einer Beter. So war es, so blieb es.

Ein Delter war ein Arbeiter, ein Verteidiger. Nicht mehr.

Der Auftrag einer Wabe bestand darin, Dinge zu sammeln, Verlorenes zu finden, Wertvolles zu bergen. Stets von neuem. Für den Fortbestand der Kreolyten, für die Alpher. Delter glaubte zu wissen, dass sie alles nur für die Alpher taten. Aber sicher war er sich nicht. Erneut verschwand ein Teil seines spärlichen Wissens im Nirgendwo.

Denk nicht soviel nach, ermahnte er sich. Aber das war leichter gedacht als getan.

Er wusste, dass die Gedächtnisschwäche der Delter genetisch bedingt war. Das würde ihm immer im Gedächtnis bleiben. Eine Gammer hatte es ihm einmal erzählt. Genau genommen, hatte sie es ihm entgegen geschleudert, als sie verärgert gewesen war. Über ihn. Oder über alle Delter. Er wusste es nicht mehr. Eigentlich interessierte ihn der Grund auch nicht. Eine Gammer besaß keine Fuge, zumindest keine richtige. Zur Paarung. Sie waren für ihn uninteressant. Beter hingegen besaßen wunderbar fleischige Fugen. Jede Beter war eine potentielle Alpher … zumindest glaubte Delter das. Oder hatte er das einmal gewusst?

Beter waren … unerreichbar. Zumindest für ihn, den dummen Delter. Seinesgleichen bekam nur Epsilonerinnen. Kleine Kreolytenweibchen, noch dümmer als er, die nur aus einer Fuge zu bestehen schienen. Die Belohnung für die Delter. Denn die Delter verrichteten die schweren Arbeiten. Sie waren die Sammler, die Beschaffer, die … Delter hatte das Wort vergessen.

Verdammt!

Die Mission. Es gab immer eine Mission. Sie flogen durchs All, sie sammelten, sie flogen zurück. Sie beluden das Schiff, sie entluden das Schiff. Eine neue Mission. Eine neue Wabe. Seit einiger Zeit wurde Delter nach jeder Mission einer neuen Wabe zugeteilt.

*

Sie befanden sich auf dem Weg zu einer Raumstation. Die Beter hatte gesagt, dass die Station wohl verlassen sei. Aber auch eine Beter konnte nicht alles wissen. Glaubte er.

Wenn es auf der Station gute Dinge gab, Dinge zum Sammeln, würde er arbeiten müssen. Abbauen, entfernen, tragen, auf ihr Schiff. Im Frachtraum verstauen, ja, das konnte er. Energiezellen waren schwer. Nur die Delter konnten sie tragen.

„D3017, komm ins Cockpit.“

D3017, das war er.

Aber er war fast nie im Cockpit. Delter sind nicht für das Fliegen gemacht.

„Delter, nun komm schon.“

Wenn die Beter bestimmte, dann musste er eilen. So war, so blieb es. Also ging er schnell dorthin. Die Tür glitt auf. Eine Beter, zwei Gammer.

Draußen, im All, direkt vor ihnen, hing ein Nebelmond. Groß und weiß. Es gab nicht viele Nebelmonde.

„Wir haben die Position erreicht, die du uns genannt hast. Wo ist die Station, auf der sich dieser Schatz befinden soll?“

Die Beter wandte sich nicht um, während sie mit ihm sprach. Ein Zeichen des Desinteresses.  Delter bot sich dadurch eine willkommene Gelegenheit, ihre Fuge zu betrachten. Sein Stachel zuckte.

„Wo, D3017?“, zischte sie und wandte sich nun doch um.

Delter wusste ehrlich nicht, was sie von ihm wollte. Ein Nebelmond, eine Station?

„Er weiß es nicht mehr“, sagte eine der Gammer und faltete die Flügel neu auf ihrem Rücken.

„Es ist immer dasselbe“, stimmte die andere Gammer ihr zu. „Vertraue nie einem Delter.“

„Wenn sie nicht hier ist, dann vielleicht dahinter?“, mutmaßte Delter, und wies mit seiner Greifklaue auf den Mond.

„Das haben wir längst geprüft“, zischte die Beter erneut.

Doch als er seine eigene vorgestreckte Greifklaue sah, sah er auch den Ansatz seines Arms unter seiner Armpanzerung hervor lugen. Und dort war etwas aufgemalt. Bilder und Zeichen.

Im Rücken der Beter zog er die Panzerung etwas zurück. Da war ein Bild des Nebelmondes und eine Markierung über der oberen Hälfte.

„Über dem Pol“, sagte er.

Die Beter musterte ihn skeptisch „Welcher?“

Das wusste Delter selber nicht. „Oben? Wir sehen es, wenn wir da sind“, flüchtete er sich in eine Ausrede. Eigentlich wollte er nur raus aus diesem Cockpit. Er war gar nicht für Fragen und Antworten gemacht. Oder zum Denken. Anpacken konnte er gut. Ja, darin war er einer der besten. „Kann ich gehen?“

„Das kannst du, D3017.“

Die Beter befahl eine Kursänderung. Delter verließ eilig das Cockpit. Den Gang entlang zu seinem Wartebereich. Er wollte nicht denken. Er dachte sowieso viel zu viel. Arbeiten, das wollte er. Zupacken. Hinter sich hörte er eine Gammer fluchen. Er konnte sich nicht vorstellen, warum sie das tat. Er ging weiter. Wollte nur warten …

„D3017, komm zurück.“

Oh, nein. Er wollte nicht zurück! Er wollte seine Ruhe haben. Aber wenn die Beter rief …

Delter kehrte um. Er dachte weder an Fugen, noch ans Arbeiten. Er hoffte nur, dass sie zufrieden mit ihm waren. Er wollte nicht angeschrien werden. Meistens machten das die Gammer. Die Beter nie.

„Komm rein, D3017“, sagte die Beter, als sie ihn unschlüssig in der Tür verharren sah.

„Wusstest Du von dem Tarnmechanismus der Station“.

Was ist ein Tarnmechanismus?, dachte Delter. „Nein?“, antwortete er.

„Es ist eher ein Störsender“, korrigierte G3. Für Delter war sie nur G3. Die langen Zahlen konnte er sich nie merken. „Stationen senden normalerweise eine automatische Identifikation. Selbst wenn sie unbesetzt sind. Diese aber sendet ein Rauschen. Gerade so, als wäre die Station nicht da. Und sie ist zu klein, um sie auf Sicht zu finden.“

„Wenn man nicht weiß, wo man suchen muss“, ergänzte Beter. „Ohne Delters Lokalisierung hätten wir sie nie gefunden.“

„Es grenzt an ein mittleres Wunder, dass er sich überhaupt an diese Station erinnert“, sagte die Gammer G4.

„Nicht nur, dass er ein Delter ist, er hat ja auch dieses Ding …“, wies G4 vage in seine Richtung.

Damit meint sie wohl das an meinem Kopf, dachte Delter. Im Spiegel war ihm aufgefallen, dass er anders war als die anderen Delter.

„Es muss einen guten Grund dafür geben, dass er die Station nicht vergessen konnte“, entgegnete die Beter. „Vielleicht gibt es dort wirklich wertvolle Dinge.“

„Zumindest etwas, was einem Delter wertvoll erscheint …“, sagte die Gammer skeptisch.

Delter versteckte die Zeichnung über seiner Klaue unter der Armpanzerung.

„Sieht verlassen aus“, sagte G3.

Beter zog die holographische Projektion der Raumstation mit ihrem oberen Armpaar in entgegen gesetzte Richtungen auseinander. Das Bild vergrößerte sich. Langsam ging sie um das Hologramm herum. „Warum bist du allein hier draußen?“, fragte sie gerade so leise, dass Delter sie noch verstehen konnte.  

Die Station, ein Zusammenschluss von zweiundsiebzig Modulen, hing im Orbit über dem Nebelmond. Kein Licht, keine Aktivität ließ darauf schließen, dass sie bewohnt war.

„Scan auf Lebenszeichen?“, wandte sich die Beter an die beiden Gammer.

„Scan auf uns bekannte Lebenszeichen negativ“, erwiderte G3 und blickte von den Instrumenten auf.

„Warum sagst du immer dieses uns bekannte?“, fragte die G4 genervt.

„Erinnerst du dich an Port Helios?“, konterte G3.

G4 erinnerte sich anscheinend. Sie sah nicht glücklich aus.

„Was soll es da drüben geben, das wir nicht längst in unseren Frachträumen haben?“, fragte G4.

„Ich weiß es nicht. Aber irgendetwas Wertvolles wird schon zu holen sein. Denk an den Störsender. Wer auch immer dort gewesen ist, wollte nicht gefunden werden“, antwortete die Beter.

Delter schaute auf den Nebelmond und die Station, die darüber schwebte. Ihm war gleichgültig, was sich dort befand.

„Im Zweifel nehmen wir einfach die Energiezellen“, entschied Beter.  

„Alle brauchen ständig Energiezellen. Das ist der Running-Gag des Universums“, sagte G4.

„Der Running-Gag ist die Kälte da draußen“, korrigierte sie Beter. „Ohne Energie wären wir verloren.“

Delter stand daneben und wartete, bis er hinaus geschickt wurde. Oder etwas gefragt. Hinausschicken fand er besser.

„D3017, bereite alles vor. Raumanzüge. Motion-Tracker. Wir fliegen rüber. Und sag den anderen Delter Bescheid.“

Arbeiten, Sammeln, Anpacken. Delter freute sich. Er drehte sich um und ging zu den anderen.

Hinter sich hörte er noch die Gammer fragen: „Und unser Schiff?“

„Bleibt im Orbit. Wir nehmen die Fähre.“

*

G4 brachte das Tochterschiff längsseits zum größten der Kernmodule und ließ die Andockvorrichtung ausfahren. Mit einem Ruck und dem begleitenden metallischen Ton verband sich der Magnetverschluss mit der Station.

Sie mussten sowohl die Außen- als auch die Innentür der Schleuse manuell öffnen. Eine schwere körperliche Arbeit, die zu leisten weder die Gammer noch Beter imstande waren. Genau dafür gab es die Delter. D3017 war froh, gebraucht zu werden. Gemeinsam mit den anderen Delter griff er mit seinen beiden Armpaaren zu und öffnete mit Leichtigkeit den Schließmechanismus. 

Sie schwebten aus der Schleuse in einen dunklen Gang. Die Notbeleuchtung glimmte grün.

„Keine Schwerkraft“, stellte Beter fest.

Der Gang war leer. Schmutzpartikel hingen wie feiner Nebel in der Luft. Die beiden anderen Delter schwebten voraus. Dann die Gammer. Schließlich die Beter und D3017.

Ihre Raumanzüge waren so dünn und eng anliegend, dass sich Beters wohlgeformtes Hinterteil trotz der schwachen Beleuchtung deutlich abzeichnete. Er dachte an ihre Fuge. Sein Stachel zuckte erneut. Meine Beter, dachte er.

*

„Könnte die Brücke sein“, sagte G4. Der Raum beherbergte ein Steuerpult und eine Holoplattform. „Ziemlich altes Zeug hier“, bemerkte die Beter, während sie sich im Raum umsah.

Delter blieb in der Tür stehen. Ist eigentlich sauber hier, dachte er. Bis auf die schwebenden Schmutzteilchen. Die sind scheinbar überall.

G4 schob sich zum zentralen Sessel und versuchte, darin Platz zu nehmen. „Gar nicht so unbequem“, frotzelte sie. Die Beter ließ sie gewähren. Sie hangelte sich ebenfalls heran und drückte einen großen, blauen Knopf auf der Hauptkonsole. Die Station erwachte zum Leben. Von irgendwo weit entfernt drang ein Rumpeln an ihre Ohren. Das grüne Glimmen verwandelte sich allmählich in gelbes Licht.

Plötzlich setzte die künstliche Schwerkraft ein. G4 plumpste vollends in den Sessel, die anderen kamen einigermaßen elegant zum Stehen. Nur D3017 legte eine unelegante Landung hin. Er rappelte sich aber sofort wieder auf.

„Die Energiezellen mögen nicht mehr voll sein, aber sie funktionieren noch“, sagte Beter.

„Und was auch immer hier noch lebt, weiß jetzt, wo es suchen muss“, orakelte G4 und verließ den Sessel wieder.

G3 nahm den Tracker in die Hand, schaltete ihn ein und richtete ihn nacheinander in alle Richtungen. „Keine Aktivität, nichts, weswegen wir uns Sorgen machen müssten“, resümierte sie.

Delter verstand die Sorge der Gammer nicht. Wenn sich ein Feind nähert, verteidigen die Delter. So war es, so blieb es. Dafür haben wir den zweiten Stachel – den Kriegerstachel.

Vorsichtshalber stieß er ihn durch die Stachelfurt seines Raumanzugs. So würde er sie verteidigen können, ohne sich selbst zu gefährden. Die Waffe schoss eine Armlänge weit heraus. Langsam zog er sie wieder zurück. Die Furt schloss sich ohne Probleme. D3017 war gerüstet. 

*

Ein Kribbeln, dachte Delter plötzlich. Was ist das?

Er schaute zu Beter und wusste im selben Moment, dass auch sie das Kribbeln fühlte. Dass sie sich dabei zu ihm umdrehte, war für ihn sogar ein wenig gespenstisch. Sofort spannte sich sein Kriegerstachel. Delter war bereit, sein Leben zu geben. Hier stimmt etwas nicht! Gerade wollte er sagen, dass sie nicht allein seien, da spürte er, dass Beter ihm antworten würde, dass sie das auch bereits festgestellt hatte. Er konnte auch fühlen, wie sie sich über diese Erkenntnis ebenso wunderte wie er.

Das ist wie Hellsehen, dachte Beter. Und somit dachte auch er es. Er spürte sogar die Gedanken der Gammer und der anderen Delter. Letztere waren, genau wie er, in Verteidigungsstellung gegangen.

Da ist eine Verbindung zwischen uns, dachte G3 und schaute sich um. Sie meinte etwas zwischen sich und den anderen zu spüren. Feine Fäden, die an ihr zogen. Sie ging zurück zum Steuerpult und regulierte die Beleuchtung zuerst auf das Notfallglimmen zurück. Danach schaltete sie das Licht komplett aus. Jetzt werden wir es sehen.

Die Gammer behielt recht: Die Brücke war von feinen Glühfäden durchzogen, die zwischen ihnen hingen, und die sie ohne das Leuchten niemals wahrgenommen hätten.

Beter griff mit ihrem Handschuh nach einem der Fäden und wollte ihn durchtrennen. Doch als hätte der das vorhergesehen, wich er aus und von der Seite wuchs gar ein zweiter hinzu, um die bedrohte Verbindung wieder herzustellen.

Es ist auch in meinem Helm, dachte Delter. War das ein Feind? Doch da war nichts, was sein Stachel töten konnte.

Tiefer noch, dachte Beter, als würde sie Delter antworten. Es verbindet uns und unsere Gedanken.

G4 sah sich auf der Brücke um. Das Netz war überall. Das macht euch keine Angst? Es ist in uns! Was ist, wenn diese Fäden intelligent sind? Wenn sie etwas von uns wollen?

Vielleicht. Aber ich glaube nicht, dass wir etwas daran ändern könnten, antwortete Beter fatalistisch.

Noch spüre ich keine Nachteile, ergänzte G3. Vielleicht ist es uns ja freundlich gesonnen.

Noch haben wir auch nicht die Mannschaft gefunden, dachte G4.

Delter konnte die Gedanken der anderen hören, ihre Ängste spüren. Er selbst war lediglich fähig, sich über die Situation zu wundern. Er konnte keine Erklärung liefern, noch fühlte er Angst. Seine Gedanken waren leer.  

*

So viel zu ›uns bekannte‹ Lebenszeichen“, dachte G4.

Delter schaute zu der Gammer. Die Kommunikation mittels Gedanken erschreckte ihn nicht. Er akzeptierte es, wie er einen Arbeitsbefehl hingenommen hätte. 

Das Gespinst ist etwas Neues. Ich schlage dennoch vor, dass wir uns an den Plan halten und nach etwas Wertvollem oder zumindest etwas Nützlichem suchen, dachte Beter.

Wie könnt ihr nur diese Ruhe bewahren?, antwortete G4.

Vielleicht, weil wir nicht in Flammen stehen, wir weiterhin atmen können und, abgesehen von den neuen Fähigkeiten, keine Veränderungen durch das Gespinst spüren?, dachte Beter. Delter spürte G3s Zustimmung.

Irgendwie haben sie ja recht, dachte er unbewusst. Das gedankliche Kichern der Gammer war für Delter ein beinahe noch merkwürdigeres Erlebnis als es dieses Gedankenlesen ohnehin bereits war. Erst nach einer Weile erkannte Delter, dass die anderen auch seine Gedanken hören konnten.

Aber die Mannschaft…, dachte G4.

Beter blieb gelassen: Sie hat die Station vielleicht schon vor mehreren Sonnenumläufen verlassen. Es muss einen Grund geben, weshalb nur die Notversorgung lief.

Die Gammer begannen, im Bordrechner nach einem Plan der Station zu suchen. G4 lud den virtuellen Stationsplan auf die Holo-Plattform.

Delter stand daneben und wartete darauf, dass er anpacken konnte. Arbeiten.

Beter trat näher an das Hologramm heran und suchte anscheinend irgendetwas. 

Ist ein altes System, dachte G3. Es gibt keine Sensoren, die Handbewegungen als Steuerbefehle lesen könnten.

Sehr alt, bestätigte Beter. Vielleicht zwanzig Sonnenumläufe.

Das will nichts heißen. Hier draußen war man vielleicht von den normalen Versorgungslinien abgeschnitten, überlegte G3.  

Ich hab hier ein Protokoll der KI gefunden. Sie hat selbstständig die Position im Orbit gehalten. Ganze achtzehn Sonnenumläufe, dachte G4 und zeigte auf das Bordlogbuch.

Gut, wir suchen nach Frachträumen oder Unterkünften. Wenn wir dort nichts finden, bauen wir die Energiezellen aus und verschwinden, dachte Beter.

Diese Richtung, dachte G3 und wies nach links.

Was ist mit dem Licht?, fragte Delter.

Die anderen Delter dachten nichts. Es war, als wären sie gar nicht hier. Während er die Gammer und die Beter in seinem Kopf spürte, blieb für die anderen Delter nur Leere.

Bleibt aus. So sehen wir, wo das Gespinst ist. Und wo es vielleicht nicht ist, dachte G4.

Wir verwenden die Außenlampen der Helme, kam von Beter.Sie ging diesmal voran. Das Gespinst passte sich ihren Bewegungen an und waberte wie schwache Blitze zwischen den Kreolyten.

*

Sie kamen nur langsam voran. Die Schmutzpartikel, die während der Schwerelosigkeit um sie herum geschwebt waren, lagen nun auf dem Boden und hatten sich zu einer rutschigen Masse verbunden. Sie mussten auf jeden ihrer Schritte achten.

Beter bückte sich und fuhr mit dem Handschuh über den Boden. Wenn hier seit achtzehn Sonnenumläufen niemand mehr war, woher kommt dann die Feuchtigkeit? Achtzehn Sonnenumläufe sind eine lange Zeit, dachte sie. Was auch immer dafür verantwortlich ist, muss sich in einem der Module befinden, deren Schotts nicht geschlossen wurden.

Da sich vor ihnen ein offener Schott befand, drängte D3107 an allen vorbei.

Arbeiten. Verteidigen.

Vorsichtig, mit gespanntem Stachel, trat Delter vor. Der Boden war auch hier voller Schmutz. Delter lugte vorsichtig um die Ecke in das offene Modul. Im Licht seiner Helmlampe sah er sie: Die Mannschaft. Kreolyten wie sie. Alle in der Kantine und alle … tot.

Doch das waren keine eingefallenen Leiber. Nichts, was wie achtzehn Sonnenumläufe tot aussah. Nicht aufgebläht, nicht aufgedunsen, nicht mumifiziert. Sie saßen auf Stühlen, lagen am Boden. Ihre Körper wirkten blass, grau, trocken. Manche Körperteile wirkten wie angefressen. Es lagen Fleischstücke auf dem Boden, als wären sie abgebrochen und herabgefallen. Die Augen waren noch vorhanden, jedoch blind und grau, wie der ganze Rest. Die Feuchtigkeit, die in der gesamten Station gefangen war, die Partikel in der Luft – all das nahm hier anscheinend seinen Ursprung.

Keine Gefahr für uns, dachte D3017 und zog seinen Stachel wieder ein.

Die sehen wie zwei Monate tot aus. Das kann doch keine achtzehn Sonnenumläufe her sein, dachte Beter, die neben D3017 getreten war.

Meine Beter.

Delter konnte sie hören. Ihre Gedanken. Die Beter sah ihn an. Direkt in seine Augen. Delter wusste, dass sie ihn gehört hatte. Seine Gedanken hatten ihn verraten. Wussten es auch die anderen? Die Beter wandte sich wieder ab und G3 analysierte weiter die Situation.  Hier sind wohl keine Zerfresser, die Fäulnis und Verwesung unterstützen würden. Auf Kreola finden sich diese Helfer sofort ein. Hier existieren sie anscheinend nicht. Die Zersetzung beginnt, aber sie läuft offenbar anders ab. Langsamer.

Und wenn das Gespinst daran schuld ist?, dachte G4.

Es muss etwas anderes sein. Sie tragen keine Raumanzüge. Was auch immer es war, es hat sie überrascht. Beter ging weiter den Gang entlang. Wir können hier nichts mehr tun. Lasst uns die Energiezellen finden und dann verduften wir.

Auch Delter wollte sich gerade abwenden, als ihm etwas auffiel. Die feinen Glühfäden sind überall, aber nicht bei den Toten.

Delter sah zu, dass er wieder zu den Gammer und Beter aufschloss. Das Gespinst war überall und begleitete sie, blieb an ihren Köpfen, verband sie.

Dort vorne muss es sein, dachte Beter.

Ein geschlossener Schott. Delter sah rechts daneben die kleinen Lichter des Türöffners. Laut Stationsplan müsste sich dahinter der Frachtraum befinden.

Öffne nie eine Tür, von der du nicht weißt, was sich dahinter verbirgt, dachte G4.

G3 ignorierte die andere Gammer, betätigte den Türöffner und der Schott glitt zur Seite.

Der Raum war voller Energiezellen.

Ein Schatz, dachte Beter.

Ich überprüfe die Ladekontrollen, dachte G3.

*

Spürt Ihr das?, dachte G4.

Die feinen Glühfäden glitten durch den geöffneten Schott hinein in den Raum mit den Energiezellen. Die Fäden umschlangen die Zellen und wurden augenblicklich dicker. Sie alle konnten es sehen.

Mir wird schlecht, dachten die anderen beiden Delter beinahe gleichzeitig.

Das ist das Gespinst, dachte G3. Es hat sich verändert. Es will uns!

Schließt den Schott, dachte Beter.

Aber G388! Sie ist noch drin, dachte G4.

Doch da war es bereits zu spät. G3 hielt sich mit Mühe an einer Energiezelle fest. Ihr Gesicht spiegelte Qualen wieder.

D3017 wusste nicht, was er denken sollte. Er verstand die Beter und die Gammer nicht.

Delter sah, dass die Beter plötzlich zusammen sackte.

Meine Beter!

Die Glühfäden griffen sie an. Dichter und heller schossen sie auf den Helm der Beter und sprangen von dort zu allen anderen Kreolyten.

Was soll ich tun? Delters Kriegerstachel schoss automatisch heraus. Doch da war nichts, was er bekämpfen konnte.

Die Gammer folgten der Beter. Auch sie fielen auf ihre Knie, stützten sich anscheinend mühsam mit den Armen auf dem Boden ab. Die starken Delter fielen ohne Vorwarnung um. 

Nur D3017 stand noch.

Was kann ich tun?

Die Glühfäden umtanzten seinen Helm, bündelten sich. Versuchten, ihn zu bezwingen. Doch anstatt körperlich zu vergehen, spürte D3017 etwas anderes.

Es kann mich nicht töten, dachte er.

Die anderen Kreolyten blickten zu ihm auf, streckten mit letzter Kraft ihre Arme nach ihm aus. Er konnte ihre Gedanken hören, ihre Hilferufe. Doch das war nur ein kurzer Moment, vergangen wie ein Lufthauch in einem Sturm.

D3017 stand im tosenden Lichtertanz des Gespinsts und wartete.

Irgendwann wusste er wieder, worauf er wartete.

Delter wird schlauer, dachte Delter.

Und mit dieser Erkenntnis kamen all die kleinen Erinnerungen zurück. Er blickte auf die Energiezellen, den Türöffner und den geöffneten Schott.

Die Blitze des Gespinsts umtanzten ihn und zeigten ihm, was es angerichtet hatte. Zu seinen Füßen lagen die anderen. Beter, Gammer und Delter. Tot … und grau. Durch die Sichtfenster ihrer Helme konnte er sehen, was von ihnen übrig geblieben war.

Meine Beter, dachte er voller Bedauern und erinnerte sich an ihre Fuge. Vor allem an ihre Fuge!

Er fuhr sich mit einer Klaue über seinen Kopf. Da war eine Beule. Klein, aber dennoch vorhanden. Das unterschied ihn von all den anderen Delter. Er erinnerte sich an den Splitter. Seine Bestrafung, die nun schon zwei Sonnenumläufe zurück lag. Eine Beter hatte sich seines Stachels bedient. Doch das war gegen das Gesetz der Alpher. Eine Wabe existierte in ihrer festen Hierarchie. So war es, so blieb es. Und ein Delter sollte nicht von einer Beter träumen. Für ihn gab es bloß die Fugen der Epsilonerinnen. Nur die!

Also wurde ihm ein Splitter in den Kopf gerammt. Fein platziert an dem Punkt seines Gehirns, der seine Träume und Wünsche in sich barg. Reduziert auf einen gefühllosen Delter. Der nie wieder etwas Begehren würde, was ihm nicht zustand. Bis seine Wabe zum ersten Mal die Station fand … und darin das Gespinst.     

*

Er begann, die Kreolyten einen nach dem anderen in den Raum zu ziehen, in denen bereits die Leichen früherer Mannschaften lagen. Sie aus den Anzügen zu befreien, war langwierig, aber notwendig. Es muss etwas anderes sein. Sie tragen keine Raumanzüge. Was auch immer es war, es hat sie überrascht. Delter erinnerte sich an Beters Gedanken. Und an ihre Sorglosigkeit, den Schott zu öffnen. Genau wie die anderen Waben zuvor.

Die Delter und die Gammer aus ihren Anzügen zu lösen, bereitete ihm keine Schwierigkeiten. Doch als die Reihe an der Beter war, wurde D3017 traurig. Da war dieser Körper, eben noch reif und rund und mit einer Fuge, die ihm unvergleichbar schien, die seinen Stachel erstarken ließ und seine wiedererwecktenTräume angeregt hatte. Nun war sie fort, grau und zerbrechlich.

Delter nahm sich viel Zeit und schälte den Raumanzug vorsichtig von ihrem toten Körper.

Meine Beter.

Ungleich schöner, verführerischer und erstrebenswerter als jede Epsilonerin. Und dennoch fort.

Er stand auf und nahm die Raumanzüge mit sich, verstaute sie hinter einem der anderen geschlossenen Schotts. Weit entfernt von den Leichen und dem Weg, den sie durch die Station genommen hatten.

Es war fast getan.

Das Gespinst umtanzte ihn, als wolle es um jeden Preis auch  D3017 bezwingen, doch er ging einfach weiter. Schließlich stand er vor dem geöffneten Schott, hinter dem die Energiezellen lagerten. Der Schott. Hätte er sich rechtzeitig erinnert, dass er nur diese Tür schließen musste … Seine Beter wäre noch am Leben. Doch mit ihr auch die Gammer und die Delter. Er selbst wäre dumm geblieben, wie die anderen Delter. Nicht gut genug für eine Beter. Sie wären gemeinsam zur Alpher zurückgekehrt und die Station wäre nie wieder angeflogen worden.

Er schloss den Schott.

Augenblicklich wurden die Glühfäden wieder dünn und schwach. Das Gespinst zog sich zurück.

Doch die Verbindung blieb. Es war immer noch in seinen Helm. In seinem Gehirn. Aber ohne die Gedanken der Anderen waren die Bewegungen der Glühfäden ein lautloser Tanz.

Er wusste, dass der Splitter in seinem Gehirn ihn vor den Auswirkungen des Gespinsts bewahrte. Er wusste so vieles. Wieder …

Delter ging zurück zur Brücke und drückte den großen, blauen Knopf. Die Aggregate der Station verstummten mit einem letzten, tiefen, mechanischen Röcheln. Die künstliche Schwerkraft verschwand, nur die Notbeleuchtung zeugte davon, dass ein Rest von Energie vorhanden war. Energie, die auch den Störsender seine Arbeit weiterhin verrichten ließ.

Als er sich auf den Rückweg zur Schleuse begab, hatten sich die Schwebeteilchen längst wieder erhoben.

*

Er flog mit der Fähre zurück zur Estragaat und setzte Kurs auf Kreola.

Als er – ein Delter – auf dem Pilotensitz saß, wie selbstverständlich die Anzeigen des Cockpits verfolgte und sie verstand, nahm er die neue Situation an. Er war kein dummer Delter mehr, er war den Beter ebenbürtig. Er konnte jede haben … wenn er es nur geschickt anstellte. Er würde sie locken, mit Versprechungen über die Schätze einer Station. Weit entfernt im Orbit des Nebelmondes.

Zugleich wurde ihm bewusst, dass dies alles nicht zum ersten Mal geschehen war. Zu dieser Erkenntnis gesellte sich die Erinnerung, dass seine Intelligenz flüchtig war, dass die Beeinflussung seines Verstandes durch das Gespinst mit der Zeit verfliegen würde. Er wusste nun, dass er sich beeilen musste. D3017 zog die Panzerung seines, rechten, oberen Armes etwas zurück. Die Bilder waren noch dort, unverändert. Er würde dies alles vergessen, aber die Bilder würden ihn erinnern. Jedes Mal.

D3017 flog zurück.

*

„Das ist bereits das dritte Mal, dass D3017 alleine zurückfindet. Unglaublich!“

Delter glaubte, dass er die neue Beter beeindruckt hatte. B208 betrachtete ihn von oben bis unten und Delter ahnte, dass sie sich fragte, was wohl Besonderes an ihm sei. Außer dem Splitter in seinem Kopf. Er fand, dass ihr Blick unerwartet lange auf seinem Begattungsstachel ruhte.

Der Flug hatte wieder lange gedauert. Zu lange. Immerhin war Delter noch in der Lage, seine abermals schwindende Intelligenz zu bemerken. Anfangs ärgerte es ihn, doch mit der Zeit wurde er gleichgültiger.

„Vor allen Dingen hat er die Estragaat wohlbehalten nach Kreola zurück gebracht“, sagte nun auch Gammer G779.

G6, die lange Bezeichnung hatte Delter bereits vergessen, war skeptisch: „Sollten wir uns nicht vielmehr die Frage stellen, was aus den anderen Kreolyten geworden ist? Drei komplette Waben verloren!“

An Waben kann ich mich erinnern, dachte sich Delter. Eine Beter, zwei Gammer, drei Delter. So war es, so blieb es. Außerdem erinnerte er sich an die Bilder auf seinem Arm.

„Weiß nicht mehr. Aber alle wollten den Schatz“, sagte Delter leise.

„Einen Schatz?“, fragte B2.

„Eine Station.“

„Und dort befindet sich ein Schatz?“, hakte G7 nach.

„Die Beter befahl, dorthin zu fliegen.“

„Das Logbuch der Estragaat ist komplett gelöscht. Keine Koordinaten, nichts!“, fügte G6 hinzu.Ohne groß zu überlegen sagte er: „Delter weiß wohin, wenn wir  losfliegen“, sagte er.

„D3017 erhält erst einmal seine Belohnung. Schließlich hat er das Schiff gerettet“, sagte die Beter und überreichte ihm zwei sechseckige Codechips. Einer war für Nahrung. Der zweite verhieß ihm Spaß mit einer Epsilonerin.

„Wir starten morgen früh!“ Die Beter bestimmte. So war es, so blieb es.

*

Delter spürte den Blick der neuen Beter in seinem Rücken.

Heute hatte er sogar zwei Epsilonerinnen bekommen. Und eine Extraportion Süßtau. Sich in den Fugen der kleinen Weibchen zu entleeren, bereitete Delter kaum Vergnügen. Er erledigte es, wie er einen Gegner angegriffen hätte. Schnell und direkt. Der Süßtau erschien ihm deutlich wertvoller.

Delter ließ von den Epsilonerinnen ab und sah die Beter über sich. Sie wirkte kein bisschen überrascht, eher amüsiert, als sie sah, dass sie von ihm entdeckt worden war.

Langsam wandte sie sich ab und ging davon und Delter erkannte ihre herrlich fleischige Fuge. Meine Beter!

Sein Stachel zuckte. Doch eine Beter und ein Delter? Wie sollte er …? Verdammt! Warum kannte er die Antwort nicht?

Delter muss schlauer werden, dachte Delter.


© Copyright – Frank Lauenroth 2019 [die Verwendung des Textes darf nicht ohne Rücksprache mit dem Autor erfolgen]

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Eingeordnet unter Shortstory

FIT for LIFE sagt: Temporeich, atemberaubend

Am 24.09.2020 erscheint die neue Ausgabe des Schweizer Fitness-Magazins „FIT for LIFE“ und mittendrin einige Rezensionen zu Laufbüchern oder Büchern mit thematisch verwandten Themen. CHICAGO RUN passte da offensichtlich rein und so urteilte die Rezensentin:

Also als Autor finde ich: Viel mehr geht nicht. 😉

Und wenn ich mir die Benotungen auf amazon.de ansehe (4,8 von 5 / bei derzeit 10 Stimmen), dann ist es in der Lesergunst mein bester Roman.

Allerdings dürften da gerne noch ein paar Rezis dazu kommen. Nur müsste sich der letzte der drei Marathon-Thriller dafür wohl etwas besser verkaufen. Aber vielleicht hilft ja die Kritik im oben genannten Schweizer Magazin. Bei 75.000 Lesern könnte es ja etwas werden. Theoretisch 😉

https://www.fitforlife.ch/

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Eingeordnet unter Die Marathon-Trilogie, Marathon, Rezension

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Eingeordnet unter Rezension

Despektion bedeutet Verachtung

Zack – ein Thriller. Mal eben so aus dem nichts ein neues Buch.

Aussichtsplattform, Empire State Building, New York City:

Trevor öffnet die Urne.

Der Wind greift hinein und stürzt die feinen Aschepartikel seiner Mutter hinab in die Schluchten aus Stein und Glas, reißt sie wenige Meter von ihm entfernt nach oben und dann fort aus seinem Blick.

Seine Gedanken kreisen um ihre letzten Worte an ihn: „Du wirst es verstehen. Bald wirst du es verstehen …“

Trevor hatte seiner Mutter nie nahegestanden, doch diese Worte drangen in sein Innerstes. Er hätte in diesem Moment einen Schlussstrich ziehen und das anstehende Erbe ausschlagen können, doch wer würde 42 Millionen Dollar ablehnen? Es gibt nur eine einzige Klausel, eine Bedingung: Er muss Mitglied im ‚Simon Club‘ werden. Noch ahnt er nicht, welch hohen Tribut dies von ihm fordern wird.

Ein Thriller, der seinem Titel mehr als gerecht wird. Despektion bedeutet nichts anderes als Verachtung.

Covertext

Der Empire-Verlag aus Österreich fand mein Manuskript (genau wie ich) absolut veröffentlichungswürdig und so erscheint am 17.07.20 (und damit gerade einmal 8 Monate nach meiner letzten Veröffentlichung von „Chicago Run“) mein New-York-City-Thriller.

Es wird nicht immer blutig, aber garantiert tödlich.

Zum Kampfpreis von 2,99 EUR überall erhältlich, wo es gute Bücher gibt.

Auf meiner Website gibt es einen bunten Strauß an möglichen Shop-Verlinkungen -> http://www.franklauenroth.de/fl/des/menu.htm .

Jetzt vorbestellen oder am 17.7. zugreifen.

Ich sage mal: Es lohnt sich. 😉

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Bestnoten allerorten

Nun ist CHICAGO RUN, der Abschluss der weltweit einzigen Marathon-Thriller-Trilogie, schon mehrere Wochen auf dem Markt. Und nach und nach tröpfeln immer mehr Rezensionen herein.

DIE MARATHON-THRILLER-TRILOGIE

RUNNING – das Laufmagazin urteilte: „Lauenroth ist ein echter Thriller-Profi und setzt das Kopfkino meisterhaft in Gang.“

Buchwurm.info sagte: „Rundum gelungen und ein absolut würdiger Abschluss der Trilogie.“

Literatur-Blog.at meinte: „Spannung von der ersten Seite an.“

Hysterika.de kam zu dem Urteil: „… ein wahrlich gelungener Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite actionreich für perfekte Unterhaltung sorgt.“

Buchtips.net kam zu dem Fazit: „Hätte ein amerikanischer Autor diesen Roman verfasst, was durchaus hätte der Fall sein können, würde viele in einer Jubelarie ausbrechen. Freuen wir uns lieber, dass wir in Deutschland so gute Autoren haben, die so spannende Thriller auf internationalem Niveau schreiben können.“

Auch auf amazon liegt der Wertungsdurchschnitt bei derzeit 4,7 von 5 Sternen.

Es darf gerne so weitergehen. Wichtiger aber noch wäre, dass sich noch viele Leser für CHICAGO RUN finden.

Es scheint sich zu lohnen 😉

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Lara Möller: Christopher Diecks 2 – Unter dem Eis

Dies ist eine der (noch) seltenen Rezensionen zu den Büchern von Lara Möller. Meiner Meinung nach sollte sich das rasch ändern. Warum? Lest die Rezi!

El Mundo Fantastico

Bookshouse, Mesogi (Zypern), Juli 2019
Ebook, epub, Hamburg-Regionalkrimi/Krimi/Thriller, ISBN: 978-9925-33-156-7, 328 Seiten (Print-Ausgabe), 4,99 EUR
Coverfotos: www.shutterstock.com
Umschlaggestaltung: © at bookshouse Ltd.
Das Buch wurde als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.
www.lara-moeller.de
www.bookshouse.de

„Wenige Meter entfernt verschwand eine Person in schwarzer Jacke und heller Hose in einem Hauseingang. Er wartete ab. Wollte sicher sein, dass der Mann nicht wieder aus dem Gebäude kam. Schließlich trat er näher. Schmierereien bedeckten das Klingelbrett. Die Namen der Bewohner standen auf vorgedruckten Schildern, von denen einige übermalt waren. Er machte ein Foto und speicherte den Straßennamen und die Hausnummer in seinem Smartphone. Damit besaß er Bilder der Verdächtigen und kannte das Kennzeichen und die Adresse des Fahrers. Keine schlechte Ausbeute für einen Tag.“

STORY
Eine neue Klientin betritt die Räume der Detektei Kleemayer. Karin Neudorf von Neudorf-Hochtiefbau glaubt, von einem Unbekannten verfolgt zu werden. Möglicherweise ein Mann, mit dem sie einmal eine Affäre…

Ursprünglichen Post anzeigen 415 weitere Wörter

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Covertrailer CHICAGO RUN

Animated by Morgan Wright

[ https://www.morganwrightbooks.com/book-cover-animations-service ]

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Geschafft!

Chicago Run erscheint heute bei Books on Demand (die neue Verlegerin des Sportwelt-Verlags sah zu wenig Gewinnerwartung), aber da der Roman fertig lektoriert und korrigiert war … wieso sollte ich ihn euch vorenthalten? Und so sieht er von außen aus …

Worum es geht?

Endspurt im Wahlkampf um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. Der amtierende Präsident Langdon liegt hinter seinem republikanischen Herausforderer zurück. Doch Langdon hat einen Plan. Als erster Präsident will er am Chicago Marathon teilnehmen, um medienwirksam Bürgernähe, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen zu demonstrieren.

Eine riskante Entscheidung, die den Secret Service vor eine enorme Herausforderung stellt. Denn Stalin, russischer Oligarch und erklärter Gegner Amerikas, war mit seinem Masterplan beim New Yorker Marathon nur knapp gescheitert. Nun ist er frei und sinnt auf Rache.

An der Seite des Präsidenten sollen Christopher Johnson und Brian Harding, gemeinsam mit einem Spezialisten-Team, Stalins Pläne vereiteln. Elisabeth Bancroft und Rachel Parker versuchen im Hintergrund alles, um den Präsidenten und ihre Männer zu retten. Doch Stalin ist ihnen längst einige Schritte voraus.

Kling spannend? Dann sei hier darauf hingewiesen, wo man das Buch kaufen kann…

Das Paperback gibt es schon mal hier: https://www.bod.de/buchshop/chicago-run-der-dritte-marathon-thriller-frank-lauenroth-9783750409781

Bei Amazon vorerst nur eBook : https://www.amazon.de/dp/B0818MWQSB

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Zurück auf der Straße

Innenmeniskus-OP.

Die liegt nun 2 Monate zurück. Im Vorgespräch zur OP hatte der Chirurg noch gesagt, dass ich nach 2 Wochen wohl wieder vorsichtig mit dem Laufen beginnen könne. So fix war es dann doch nicht. Aber eingedenk der Unsicherheit, die ich davor hatte, bin ich froh, nun schon den 5ten Lauf hinter mich gebracht zu haben.

Erst 4,2 km, dann 6, dann 8. Schließlich 8,3 und am WE 9 km. Und … das Knie hält. Die ersten 200 Meter ist da noch ein Restschmerz, der aber eher hinter der Kniescheibe liegt und der OP geschuldet ist.

Der Orthopäde erklärte mir in der Nachbesprechung, dass da auch Verklebungen sein können, die sich erst bei Belastung lösen. Tatsächlich fühlt es sich von Lauf zu Lauf besser an. Allerdings nicht, was die Kondition angeht. Die ist im Keller. Na ja, die Verletzung passierte Mitte April und seitdem war ich ein paar Mal schwimmen, ein paar Mal auf dem Rad und das war’s. Dazu 6 Kilo mehr auf der Waage. Und ich bin ja auch in einem Alter, wo man nicht mehr von 0 auf 100 in 5 Sekunden kommt.

Also werde ich langsam aber zielstrebig weiter trainieren. Ich werde Pfunde verlieren und Kondition gewinnen und im nächsten Jahr ist auch mal wieder ein Volkslauf drin.

Nur ein Marathon wird es nicht wieder werden.

https://video.relive.cc/45018231134_garmin-health_1572531963652.mp4?x-ref=site

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Von wegen … RUN …

Seit geschlagenen 6 Wochen plage ich mich jetzt schon mit einer Reizung des Innenmeniskus herum. MRT-Termin war dann auch erst Ende letzter Woche und (Überraschung) den Termin beim Orthopäden, um den Befund besprechen zu können, gibt es erst morgen.

Wenn man Kassenpatient ist.

Als Privatpatient gilt natürlich, dass man gerne auch außerhalb der (Kassenpatienten-)Öffnungszeiten kommen kann. Prosecco inbegriffen.

Ironiemodus aus.

Knie put

Ach ne. Ich habe nacheinander 3 unterschiedliche Orthesen verschrieben bekommen. Zuerst der Klassiker. Weiß, mit Kniescheibenaussparung … saß nicht, drückte nur, abends tat das Knie noch mehr weh. Dann eine mit Schienen im festen 170°-Winkel. War anfänglich gut, aber dann veränderte sich der Schmerz im Knie. Zuletzt gab es eine Hi-Tech-Orthese mit Innenstrumpf und Außengerüst. Angepasst auf mein Knie, ganz genau. Nach einer Viertelstunde war die Haut über der Kniescheibe rot und nix ging mehr. Zuletzt habe ich mir selbst eine bestellt. Eine flexible, mit Unterstützung durch Seitenstreben. Die Strebe auf der Innenseite habe ich rausgeschnibbelt und schon passte es wie Arsch auf ..

Damit kann ich den Tag halbwegs überstehen. Und mittlerweile auch die Nächte. Denn mit schöner Regelmäßigkeit wurde ich 3 – 4 mal die Nacht wach, weil ich mich im Schlaf drehte und das meinem Knie nicht gut tat. Der Schmerz musste dann (wie auch manchmal tagsüber) runtergekühlt werden. Diese Coolpacks sind meine neuen besten Kumpels.

Wie auch immer. Morgen erfahre ich dann hoffentlich, ob ich in den Streckverband muss, aufgeschnibbelt werde oder eine Therapie bekomme, die den gegenwärtigen Zustand deutlich verbessert.

Wie ich bereits erwähnte: Einen Marathon werde ich wohl nie wieder laufen. Aber es wäre schön, es überhaupt wieder zu können.

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